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Abschied zu Lebzeiten - Wie Angehörige mit Demenzkranken leben

Inga Tönnies, 2004

Verlagstext

»Wenn ich gleich zu Beginn der Krankheit in eine Gruppe gegangen wäre, hätte ich von Anfang an gelernt: »Du kannst deiner Frau nichts mehr beibringen, es nützt nichts, ihr zu sagen, übe mal ein bisschen.« Das Wissen um diese Krankheit bringt sofort Ruhe in den Karton! Bringt Ruhe für die Angehörigen, die jetzt mit der Krankheit zu leben haben. Und wenn sie einigermaßen plitsch sind, können sie überlegen, wie bringen wir Dinge, die Schwierigkeiten hervorrufen, in unserem gemeinsamen Leben unter. Sie können die Haltung entwickeln, ich akzeptiere das jetzt und sage ja zu der Krankheit.«

Hartmut Tillmanns, 70, pflegt seine Frau seit sechs Jahren

Angehörige erzählen, wie sehr die Demenz eines nahen Familienmitglieds ihren Alltag bestimmt und ihre Gedanken bindet – sowohl bei denen, die rund um die Uhr pflegen, als auch bei jenen, die »nur« Heimbesuch machen. Wir erfahren, welche Gesichter die Krankheit haben kann, und was den Angehörigen dadurch abverlangt wird – auch und vor allem psychisch: Das, was einmal selbstverständlich war, Sorgen und Freuden zu teilen, das geht nicht mehr. Mit wachsender Verwirrtheit geht die Einfühlungsfähigkeit verloren, am Ende haben die Kranken nicht einmal mehr Namen für ihre Nächsten. Dass diese darüber nicht nur Trauer empfinden, sondern auch Wut, Scham, Hilflosigkeit, Überforderung, Schuld und Kränkungen erleben, ist nicht erstaunlich. Doch viele berichten auch von Möglichkeiten, die sie gefunden haben, um sich in dieser Situation ein wenig zu entlasten.

Inga Tönnies, Jg. 1952, Erzieherin, studierte Sozialwissenschaft und Psychologie. Sie pflegt seit vier Jahren ihre demenzkranke Mutter. Auf der Suche nach Literatur stellte sie fest, dass die vorhandenen Bücher zum Thema Demenz eher auf der pflegerischen oder medizi-nischen Ebene bleiben und stets den kranken Menschen ins Zentrum stellen, nicht die Angehörigen mit ihren seelischen Belastungen. So forderte sie pflegende und begleitende Angehörige auf, über ihre Ge-fühle zu sprechen, die durch die Demenz eines nahestehenden Menschen ausgelöst wurden.

externer Linkpdf-Datei Inhaltsverzeichnis und Geleitwort


01.08.04

 

Letzte Änderung am  01.08.2004