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Kinästhetik

Hatch, Frank / Maietta, Lenny / Schmidt, Suzanne,  1996

Rezension 

(AAI)

"Kinästhetik in der Pflege befaßt sich mit dem Verständnis für Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers. Es geht dabei um Pflegetätigkeiten, wie Hilfe beim Aufstehen, Hinsetzen, Gehen, Hinlegen, Lagern usw. Im Umgang mit Demenzkranken kann dies eine wichtige Hilfe sein. Dazu einige Beispiele:Hilft man einem Demenzkranken beim Aufstehen, sollte immer zunächst die Verlagerung des Schwerpunktes beachtet werden. Demenzkranke, die ängstlich sind oder bereits Beeinträchtigungen in der Bewegung haben, versteifen sich oft, wenn sie beim Aufstehen aus dem Sessel oder Stuhl an den Händen nach vorne gezogen werden. Besser ist es, mit der Hand am Genick zunächst Kopf und Oberkörper etwas nach vorne zu beugen, um den Schwerpunkt des Körpers nach vorne zu verlagern. Man kann sich auch selbst neben dem Kranken etwas in die Hocke begeben, ihn dann mit einer Hand um die Taille fassen und so versuchen, gemeinsam mit ihm in die aufrecht Position zu gelangen. Bei Gehproblemen kann es ebenfalls sinnvoll sein, neben dem Kranken stehend mit der Hand um seine Taille ihn im Rhythmus des Gehens leicht nach links und rechts zu schaukeln, so daß der Körperschwerpunkt beim Gehen jeweils über dem stehenden Fuß liegt. Zieht man den Kranken beim Gehen an den Händen nach vorne, verlagert sich der Schwerpunkt des Oberkörpers nach vorne und löst damit unweigerlich Angst aus, nach vorne zu fallen. Drehungen des Körpers verlaufen nach der Lehre der Kinästhetik spiralenförmig. Beim Drehen des Körpers im Bett von einer auf die andere Seite kann deshalb folgende Technik angewendet werden: Die Knie werden in Rückenlage angewinkelt und der Arm, zu dem hin die Drehung erfolgen soll, liegt nach oben. Nun stellt man sich am Fußende des Bettes auf die Seite, zu der hin die Drehung erfolgen soll, und zieht an den Knien des Kranken mit beiden Händen schräg zur Seite und gleichzeitig in Richtung Fußende. Versuchen Sie es zusammen mit einem gesunden Partner, Sie werden überrascht sein. Mit diesen Hinweisen sollten lediglich einige Anregungen gegeben werden. Eine richtige Anleitung zur Anwendung dieser Techniken erhält man am besten durch die Teilnahme an einem Kurs oder durch das praktische Beispiel einer Pflegekraft, die die Techniken beherrscht und mit dem Kranken zu Hause durchführt. Rezensent: Günther Schwarz


06.01.04

  Kurzbeschreibung (© bol.de) Die Krankenpflege der Zukunft braucht dringend «Werkzeuge», die professionelles Handeln ermöglichen. Dazu kann Kinästhetik einen positiven Anstoß geben. Das von den Autoren entwickelte Programm ermöglicht das systematische Erlernen körper- und handlungsbezogener Aspekte der Interaktion. Das Augenmerk liegt auf einer bestimmten, erlernbaren Methode «guten Berührens» und «guten Bewegens», wodurch die Pflege erleichtert und die Berührungs- und Bewegungsqualität im Umgehen mit den Patienten verbessert werden kann. Mit anderen Worten: Kinästhetik ist ein Konzept, das die Arbeit mit Menschen erleichtert.

Letzte Änderung am  06.01.2004