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Nahrungsverweigerung in der Pflege - Eine deskriptiv-analytische Studie

Biedermann, Markus,  2003

Herausgeber 

(Vincentz, Hannover)

Essen ist weit mehr als Selbsterhaltung durch Nahrungsaufnahme. Auch die Lust am Geschmack, am Duft, am Leben gehört dazu. Es fördert das Zusammenleben in der Gemeinschaft, strukturiert den Tagesablauf, liefert Gesprächsstoff und weckt Erinnerungen. Doch gerade bei Demenzkranken ist Esskultur ein selten diskutiertes Thema. Wie sich auch die Ernährung von demenziell Erkrankten durch unkonventionelle Ideen erlebnisreicher und genussvoller gestalten lässt, zeigt Markus Biedermann, Experte für die Entwicklung von Verpflegungskonzepten in Altenheimen. Der theoretische Teil des Buches behandelt Aspekte der senilen Demenz, Malnutrition, Riech- und Schmeckstörungen, beschreibt das Essen reichen, die Trinkkultur sowie Fingerfood. Im praktischen Teil erläutert der Autor anhand von Untersuchungen die Umsetzung vom Kochen am Bett, Fingerfood und Eat by Walking. Gleich zum Ausprobieren mit verschiedenen Rezepten, einem Fragebogen zur Essbiographie und Beobachtungsbögen, die sich gut in der Praxis einsetzen lassen.


12.01.04

  Rezension http://www.wernerschell.de/Aktuelles/basale_stimulation.htm (AAI) Schwer demenziell erkrankte Menschen zum Essen zu animieren ist eine schwierige und zeitintensive Aufgabe. Nicht selten greifen Pflegekräfte deshalb auf die Ernährung durch PEG Sonden zurück: Sie erfordert am wenigsten Zeit und Zuwendung. In dem Buch „Essen als basale Stimulation" beweist Markus Biedermann, dass es durchaus andere Ernährungsmöglichkeiten für demenziell Erkrankte im Spätstadium gibt. Der Experte für die Entwicklung von Verpflegungskonzepten in Altenheimen versteht das Essen dabei nicht als bloße Nahrungsaufnahme. Vielmehr beschreibt er es als soziale Aktion, die den Tagesablauf strukturiert und Gesprächsstoff liefert. Bestimmte Gerüche und Geschmäcker vermögen es zudem, Erinnerungen zu wecken und Gefühle zu intensivieren. Der Autor setzt diese Erkenntnisse in die Praxis um und stellt unkonventionelle Ideen und Anregungen zur Essensanimation vor. Das Spektrum reicht dabei von der sinnvollen Art, die Nahrung zu reichen über das Kochen am Bett demenzkranker Menschen bis hin zu ausgefallenen Formen der Essensaufnahme wie Finger Food oder Eat by walking. Alles gleich zum Ausprobieren mit verschiedenen Rezepten, einem Fragebogen zur Essbiografie und Beobachtungsbögen. Auch an theoretischem Hintergrundwissen hat dieses Buch so einiges zu bieten. Biedermann geht ausführlich auf die theoretischen Aspekte der Ess- und Trinkkultur, der basalen Stimulation, der senilen Demenz, der Malnutrition sowie der Riech- und Schluckstörungen ein.

Letzte Änderung am  12.01.2004