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Neurogeriatrie - auf einen Blick.

Elisabeth Steinhagen-Thiessen (Herausgeber), Isabella Heuser (Herausgeber), Bert Hanke (Herausgeber),  2003

Herausgeber 

(AAI)

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen gewinnen neurologische Erkrankungen des Alters eine zunehmende Bedeutung. Dieses kurz gefaßte und übersichtlich gegliederte Handbuch richtet sich speziell an jene Kollegen in Klinik und Praxis, die mit älteren Patienten zu tun haben und somit neurologische Störungen als erste diagnostizieren können.
In fünf übersichtlich gegliederten Teilen werden die wichtigsten Krankheitsbilder dargestellt:
Demenzerkrankungen können zum größten Teil zwar nicht kausal behandelt werden, jedoch ist eine Früherkennung und ihre differentialdiagnostische Abgrenzung zu gut therapierbaren Störungen, insbesondere Depressionen, sinnvoll. Selbst bei progredienten Erkrankungen kann der Verlauf heute positiv beeinflußt werden.
Depressionen sind gerade bei älteren Menschen häufig vorkommende Erkrankungen, die jedoch aufgrund zahlreicher somatischer Begleiterkrankungen oft nicht richtig eingeschätzt oder zumindest nicht behandelt werden. Dabei gibt es zahlreiche erfolgversprechende Therapieansätze, die zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität führen können.
Die zerebrovaskulären Erkrankungen sind im Alter die Hauptursache von Behinderungen. "Keine Zeit verlieren!" ist bei allen zerebrovaskulären Ereignissen die Maxime und bestimmt die Therapie vom ersten Moment an.
Ebenso wesentlich für die Prognose sind neben der Erstversorgung des Patienten auch die Erfahrung des behandelnden Teams und die Kooperation der beteiligten Disziplinen Innere Medizin, Neurologie, Neurochirurgie, Radiologie und Rehabilitation.
Der Morbus Parkinson ist die häufigste neurologische Erkrankung des fortgeschrittenen Alters. Neben den extrapyramidal verursachten motorischen Störungen und dem zunehmenden Grad der Hilfsbedürftigkeit sind vor allem depressive Verstimmungen und Schlafprobleme ursächlich für eine verminderte Lebensqualität. Die Erfolge im Bereich der medikamentösen Therapie sind aufgrund ihres kausalen Ansatzes groß, jedoch sind ihr auch Grenzen gesetzt. Eine psychosoziale Betreuung sowie gezielte Physio- und Ergotherapie sollten daher begleitend angeboten werden.
Die wichtigsten klinisch-neuropsychologischen Syndrome und Störungen werden im letzten Teil des Buches beschrieben (z. B. zerebrale Ischämien, Schädel-Hirn-Traumen, degenerative Erkrankungen). Die Kenntnis dieser Krankheitsbilder sollte in der Diagnostik bei älteren Patienten einen hohen Stellenwert einnehmen. Durch umschriebene oder ausgeprägte Läsionen des Gehirns können mehr oder weniger große Beeinträchtigungen oder Veränderungen der psychologischen Leistungen und des Affektes auftreten, denen jedoch oft wenig Beachtung geschenkt wird; oder aber sie werden pauschal als Altersdemenz fehlinterpretiert und daher nicht adäquat behandelt.
Die beiden Herausgeber - Frau Professor Steinhagen-Thiessen und Herr Dr. Bert Hanke - sind ausgewiesene Expertinnen auf ihren jeweiligen Gebieten. Sie haben ein exzellentes Autorenteam zusammengestellt und gemeinsam in diesem Werk die aktuellsten Erkenntnisse hinsichtlich der verschiedenen neurogeriatrischen Krankheitsbilder auf den Punkt gebracht.


06.01.04

  Inhalt Gernot Lämmler (AAI)

I Demenz 
G. Lämmler, J. Herms, B. Hanke 

1 Was ist Demenz? 
1.1 Epidemiologie 
1.2 Diagnosekriterien 
1.3 Schweregrade 

2 Die häufigste Demenz: Der Morbus Alzheimer (DAT) 

3 Nicht-Alzheimer-Demenzen 
3.1 Vaskuläre Demenz (VD) 
3.2 Lewy-Körperchen-Demenz (DLK) 
3.3 Pick-Komplex und frontotemporale Lobärdegenerationen (FTLD) 
3.3.1 Frontotemporale Demenz (FTD) 
3.3.2 Progrediente unflüssige Aphasie 
3.3.3 Semantische Demenz 
3.4 Demenz als Symptom anderer neurodegenerativer Erkrankungen mit primär extrapyramidalmotorischer oder zerebellarer Symptomatik 
3.4.1 Parkinson-Demenz 
3.4.2 Prionenkrankheiten 
3.4.3 Andere 
3.5 Demenz als Symptom nicht primär neurodegenerativer Erkrankungen 

4 Von der Demenz abgrenzbare Syndrome 
4.1 Abhängigkeitssyndrome 
4.2 Amnestische Syndrome 
4.3 Delirante Syndrome 
4.4 Hydrocephalus communicans aus geriatrischer Sicht 
4.5 Depression 
4.6 Leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) 

5 Diagnostische Werkzeuge 
5.1 Wer diagnostiziert? 
5.2 Anamnese und Fremdanamnese 
5.3 Psychometrische Screening-Tests 
5.3.1 Mini-Mental-State-Examination (MMSE) 
5.3.2 DemTect 
5.3.3 Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD) 
5.3.4 Uhrentest 
5.3.5 Geriatrische Depressions-Skala (GDS) 
5.3.6 Welche Testverfahren soll der Hausarzt zur Demenzdiagnostik einsetzen? 
5.3.7 Vertiefende Testverfahren 
5.4 Körperliche Untersuchung und körperliche Funktion 
5.5 Labor 
5.6 Apparative Verfahren 
5.7 Spezialisierte Institutionen 

6 Umgang mit Demenzkranken und Angehörigen 
6.1 Aufklärung von Betroffenen und Angehörigen 
6.2 Medizinische Betreuung 
6.3 Pflegende Angehörige 
6.4 Umgang mit störendem Verhalten 
6.4.1 Wandern 
6.4.2 Akustische Störungen 
6.4.3 Aggressivität 
6.4.4 Wahnvorstellungen/Halluzinationen 
6.5 Professionelle pflegerische Hilfen 
6.6 Probleme mit der Einstufung zur Pflegeversicherung 
6.7 Gesetzliche Betreuung 

7 Rationelle Therapieformen 
7.1 Basistherapie: Medikamentenliste prüfen 
7.2 Diagnostizieren und die Behandlung leiten 
7.2.1 Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Medikamenteneinnahme 
7.2.2 Pflegequalität prüfen 
7.2.3 Ergotherapie, Physiotherapie, Sozialarbeit und Logopädie bei Demenz 
7.2.4 Hausbesuch und Hilfsmittelversorgung 
7.3 Medikamente zur Verbesserung der Kognition 
7.3.1 Acetylcholinesterase-Hemmer (AChE-Hemmer) 
7.3.2 Memantin 
7.3.3 Stellenwert anderer Nootropika 
7.4 Medikamente zur Besserung von psychotischen Begleitsymptomen 
7.4.1 Antidepressiva 
7.4.2 Neuroleptika 
7.4.3 Antikonvulsiva 
7.5 Psychologisch orientierte Therapieansätze 
7.5.1 Hirnleistungstraining 
7.5.2 Verhaltenstherapie (VT) 
7.5.3 Ganzheitlich orientierte Betreuungskonzepte 

8 Fazit 

9 Literatur 


II Depression 
F. M. Reischies 

1 Was bedeutet Depression? 

2 Volkskrankheit Depression 

3 Diagnosekriterien 
3.1 Depressive Episode nach ICD-10 
3.2 Major Depression nach DSM IV 

4 Schweregradeinschätzung 

5 Bezeichnungsebenen: Symptom, Syndrom oder Klassifikationssystem (ICD, DSM)? 
5.1 Dysthymie, Anpassungsstörung und bipolare Erkrankung: Nach ICD-10 gut abbildbare Depressions-Syndrome 
5.2 Nach ICD-10 weniger gut abbildbare Depressions-Syndrome 
5.2.1 Depressive Pseudodemenz oder Depression bei Demenz? 
5.2.2 Ängstlich depressive Mischzustände 
5.2.3 Agitierte Depression 
5.2.4 Wahnhafte Depression 
5.2.5 Depression bei schwerer körperlicher Erkrankung 

6 Schlafstörungen 

7 Suizidalität 

8 Altersdepression 
8.1 Diagnostische Besonderheiten bei Altersdepressionen 
8.2 Differenzialdiagnostische Überlegungen 
8.3 Multikausalität und Konstrukt der „vaskulären Depression“ 
8.4 Verlauf und Prognose 

9 Medikamentöse Therapie der (Alters-)Depression 
9.1 Welches Antidepressivum? 
9.1.1 Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) 
9.1.2 Trizyklische Antidepressiva (TCA) 
9.1.3 Neuere Antidepressiva 
9.1.4 Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) 

10 Therapieansprechen 
10.1 Therapieresistenz 
10.2 Lithiumaugmentation 

11 Psychotherapie 

12 Fazit 

13 Literatur 


III Schlaganfall 
A. Fischer 

1 Dimension und Bedeutung 

2 Das Ereignis 
2.1 Einteilung 
2.2 Das klinische Bild 

3 Risikofaktoren 
3.1 Einteilung 
3.2 Arterielle Hypertonie 
3.3 Diabetes mellitus 
3.4 Herzerkrankungen 
3.5 Vorhofflimmern 
3.6 Hyperlipoproteinämie 
3.7 Zigarettenkonsum 
3.8 Karotisstenosen 
3.9 Homozystein 
3.10 Weitere Risikofaktoren 
3.11 Konsequenzen 

4 Die akute Phase: „Time is Brain“ 
4.1 Die prähospitale Phase 
4.1.1 Was tun, bis Hilfe kommt? 
4.1.2 Kompetente Hilfe 
4.2 Die hospitale Phase 
4.2.1 Im Krankenhaus 
4.2.2 Auf der Intensivstation 
4.3 Option Thrombolyse 
4.4 Frühe Komplikationen 
4.5 Frühe Rehabilitation 
4.6 Die weitere Versorgung 
4.7 Verlegung 

5 Sekundärprävention 

6 Rehabilitation 
6.1 Allgemeines 
6.2 Prognose 
6.3 In der Geriatrie 
6.4 Das geriatrische Assessment (GA) 
6.5 Ebenen der Erholung zerebraler Funktionen 
6.6 Die Rolle des Arztes 
6.7 Pharmakotherapie 
6.8 Die Rolle der Pflege 
6.9 Physiotherapie 
6.9.1 Traditionelle physiotherapeutische Konzepte 
6.9.2 Rood 
6.9.3 Bobath 
6.9.4 Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation 
6.9.5 Vojta 
6.9.6 Affolter 
6.9.7 Perfetti 
6.9.8 Krafttraining 
6.9.9 Brunnstrom 
6.9.10 Posturale Kontrolle 
6.9.11 Repetition 
6.9.12 Forced Use 
6.10 Ergotherapie 
6.11 Sprachtherapie 
6.12 Neuropsychologie 
6.13 Diätberatung 
6.14 Sozialarbeit 

7 Angehörigenarbeit 

8 Zusammenfassung 

9 Literatur 


IV Das idiopathische Parkinson-Syndrom: Der Morbus Parkinson 
D. Brandstädter, A. Hartmann 

1 Ätiologie und Pathogenese 

2 Diagnostik 
2.1 Klinische Kardinalsymptome 
2.2 Fakultativ, aber sinnvoll: Apparative Zusatzuntersuchungen 
2.3 Epidemiologie, Verlauf und Prognose 

3 Differentialdiagnostik 
3.1 Atypische Parkinson-Syndrome 
3.1.1 Multisystematrophie (MSA) 
3.1.2 Progressive supranukleäre Blickparese (PSP, Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom) 
3.2 Symptomatische Parkinson-Syndrome 
3.2.1 Medikamenteninduzierte Parkinson-Syndrome 
3.2.2 Toxin-induzierte Parkinson-Syndrome 
3.2.3 Postenzephalitische Parkinson-Syndrome 
3.3 Pseudo-Parkinson-Syndrome 
3.3.1 Normaldruckhydrozephalus (NPH) 
3.3.2 Subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie (SAE) 

4 Medikamentöse Therapie 
4.1 L-Dopa und Decarboxylasehemmer 
4.2 Orale Dopaminagonisten 
4.3 Catechol-O-Methyltransferase-Hemmer (COMT-Hemmer) 
4.4 Monoaminoxidase-B-Hemmer (MAO-B-Hemmer) 
4.5 Budipin 
4.6 Amantadinsalze 
4.7 Anticholinergika 
4.8 Apomorphin 

5 Operation als Ultima ratio 
5.1 Operative Verfahren 
5.2 Patientenauswahl 

6 Allgemeine medizinische Therapiestrategien 
6.1 Zu Beginn der Krankheit 
6.2 Motorische Spätkomplikationen 
6.2.1 Wirkungsfluktuationen 
6.2.2 Dyskinesien 

7 Vegetative Störungen 
7.1 Hypersalivation 
7.2 Dysphagie 
7.3 Gastrointestinale Funktionsstörungen 
7.4 Blasenfunktionsstörungen 
7.5 Orthostatische Hypotension 
7.6 Sexualfunktionsstörungen 
7.7 Seborrhö 

8 Psychische und psychiatrische Störungen 
8.1 Depression 
8.2 Medikamenteninduzierte Psychose 
8.3 Parkinson-Demenz 

9 Spezielle Probleme 
9.1 Akinetische Krise 
9.2 Operation und Narkose 
9.3 Schlafstörungen und Schlafattacken 

10 Nicht-medikamentöse Therapie 
10.1 Psychologisch/psychiatrische Therapie 
10.2 Krankengymnastik 
10.3 Logopädie und Ergotherapie 

11 Anschriften von Selbsthilfegruppen 

12 Fazit 

13 Literatur 


V Neuropsychologische Störungen: Diagnostik, Behandlung und Empfehlungen 
S. Mix, Sabine Emmerich, Regine Becker 

1 Einleitung 

2 Neuropsychologische Diagnostik 
2.1 Befundlage 
2.2 Exploration 
2.3 Psychometrie 
2.4 Verhaltensbeobachtung 
2.5 Sprachdiagnostik 

3 Neuropsychologische Therapie 

4 Neuropsychologische Funktionsbereiche 
4.1 Aufmerksamkeit 
4.1.1 Diagnostik 
4.1.2 Therapie 
4.1.3 Empfehlungen 
4.2 Gedächtnis und Lernen 
4.2.1 Diagnostik 
4.2.2 Therapie 
4.2.3 Empfehlungen 
4.3 Planen und Problemlösen 
4.3.1 Diagnostik 
4.3.2 Therapie 
4.3.3 Empfehlungen 
4.4 Sprache und Sprechen 
4.4.1 Aphasie 
4.4.2 Dysarthrophonie 
4.4.3 Sprechapraxie 
4.4.4 Nichtaphasische Störungen der Kommunikationsfähigkeit 
4.5 Apraxie 
4.5.1 Diagnostik 
4.5.2 Therapie 
4.5.3 Empfehlungen 
4.6 Visuell-räumliche Leistungen 
4.6.1 Visuoperzeptive und visuokognitive Störungen 
4.6.2 Räumlich-perzeptive, räumlich-kognitive und räumlich-konstruktive Störungen 
4.6.3 Neglect 
4.6.4 Diagnostik 
4.6.5 Therapie 
4.6.6 Empfehlungen 
4.7 Affekt und Persönlichkeit 
4.7.1 Reaktive Veränderungen 
4.7.2 Organisch bedingte affektive Störungen 
4.7.3 Diagnostik 
4.7.4 Therapie 
4.7.5 Empfehlungen

Letzte Änderung am  06.01.2004