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Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht

Sass, Hans-Martin und Kielstein, Rita,  2001

Kurzbeschreibung 

(AAI)

Wünsche und Forderungen an Bevollmächtigte und Ärzte, an Familie und Freunde für den Fall meiner Entscheidungsunfähigkeit
I. Meine Werte, Wünsche und Hoffnungen
II. Verfügungen für medizinische Versorgung und Beistand
III. Vorsorgevollmacht...


06.01.04

  Inhalt Med.Ethics@ruhr-uni-bochum.de (AAI) 1: Diese Vorsorgliche Patientenverfügung und Vollmacht für die medizinische Betreuung besteht aus 3 Teilen. Im 1. Teil informieren Sie Ihre Ärzte, Bevollmächtigten oder Betreuer über Ihre allgemeine Einstellung zu Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit. Im 2. Teil äußern Sie sich zu medizinischer Versorgung und Pflege für den Betreuungsfall, insbesondere auch zu Schmerzbehandlung, Wiederbelebung, künstlicher Ernährung und Beatmung sowie der Behandlung chronischer Krankheiten im Endstadium. Im 3. Teil bevollmächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die Ihre Wünsche und Verfügungen kennt, bestimmten medizinischen Behandlungen zuzustimmen oder solche abzulehnen. Die 3 Teile binden den Bevollmächtigten an Ihre Erwartungen und Verfügungen und geben ihm Spielraum für sonstige Entscheidungen. Streichen Sie in diesem Formular alle Sätze oder Abschnitte, die Sie nicht verstehen oder die Sie zu kompliziert finden; unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen. Damit diese Betreuungsverfügung im Notfall bekannt ist, geben Sie Kopien an Ihren Bevollmächtigten, an Ärzte und Geistliche Ihres Vertrauens und, sofern Sie betreut wohnen, auch der Leitung des Hauses. Tragen Sie stets eine Karte mit dem Hinweis auf diese Betreuungsverfügung zusammen mit Ihren Ausweispapieren bei sich. 2: Sie sollten diesen Teil Ihrer Betreuungsverfügung ausführlich mit einem Arzt Ihres Vertrauens diskutieren. Wenn Sie sich über den möglichen Nutzen oder Schaden von Festlegungen bei den Einzelbestimmungen im Abschnitt 3 dieses Teils nicht ganz sicher sind, so streichen Sie diesen Abschnitt ganz oder in Teilen oder einzelne Satzteile oder Worte. 3: Ihre Patientenverfügung gibt Ärzten und Pflegenden Hinweise für eine individualisierte medizinische und pflegerische Betreuung, auch wenn nicht alle künftigen medizinischen oder pflegerischen Situationen vorausgesehen werden können. Wenn es zu einer akuten Änderung Ihres Zustandes oder Ihres Aufenthaltsortes kommen sollte, so kann der behandelnde Arzt einen aktuellen Behandlungsplan gemeinsam mit Ihnen oder dem Bevollmächtigten als Anlage zu dieser Betreuungsverfügung aufstellen. Sie können hier auch nach Rücksprache mit Ihrem Arzt Hinweise und Verfügungen eintragen, die bestehende Krankheiten betreffen. Viele Mitbürger haben gelernt, mit einer chronischen Erkrankung zu leben und kennen deren typischen Verlauf (z.B. unheilbare und metastasierende Krebserkrankung, schwere Herz- und Lungenerkrankung, Multiple Sklerose, Diabetes mellitus, chronisches Nierenversagen mit Dialysepflicht, Amyotrophe Lateralsklerose) und möchten persönliche Verfügungen für deren Behandlung im fortgeschrittenen Stadium treffen. 4: Die Vollmacht zu ärztlichen Untersuchungen und Eingriffen umfasst sowohl die Einwilligung als auch die Ablehnung invasiver Diagnostik, intensivmedizinischer und chirurgischer Behandlung, auch in Fällen, in denen eine Behandlung oder deren Unterlassung schwere Gesundheitsschäden oder den Tod zur Folge haben könnte. Die Vollmacht für die Aufenthaltsbestimmung umfasst, soweit erforderlich, die Zustimmung zu freiheitsbeschränkenden Maßnahmen, z. B. das Anbringen von Bettgittern. 5: Wenn die Vollmacht auch für Grundstücksgeschäfte gelten soll, ist eine notarielle Beurkundung erforderlich. 6: Nach deutschem Recht und nach den Grundsätzen der Bundesärztekammer machen Ärzte, Bevollmächtigte und Betreuer sich strafbar, wenn sie sich nicht am Patientenwillen orientieren. Diese Patientenverfügung ist rechtsverbindlich und kann bei Missachtung gerichtlich durchgesetzt werden. (Bundesgerichtshof NJW 1995:204ff; Kutzer NStZ 1994:110ff; Uhlenbruck NJW 1996:1583ff; OLG Frankfurt/Main 15.7.98: Az: 20 W 224/98; LG München 18.02.1999: Az. 13 T 478/99); Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung, DtÄBl 1998, A-2366-2367; Handreichungen für Ärzte zum Umgang mit Patientenverfügungen, DtÄBl 1999, A-2720-2721. 7:Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Betreuungsverfügung nach neuen Erfahrungen im Umgang mit Krankheit und Leiden oder etwa alle drei Jahre zu bestätigen und gegebenenfalls zu ändern. Bitte beraten Sie Änderungen mit Bevollmächtigten und Ärzten und sorgen Sie dafür, dass Bevollmächtigte und Ärzte Kopien von bestätigten und geänderten Verfügungen erhalten, sofern Sie betreut wohnen auch die Hausleitung. 8: Die Wirksamkeit einer Betreuungsverfügung hängt nicht von der Unterschrift eines Zeugen ab. Sollte aber Ihre Entscheidungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Unterzeichnung dieser Betreuungsverfügung bestritten werden, ist es wichtig, dass ein unabhängiger Zeuge Ihre Unterschrift und Ihre freie Entscheidung bestätigt hat. Dieser Zeuge wäre vorzugsweise ein Notar oder der Arzt, mit dem Sie die medizinischen Einzelheiten Ihrer Verfügung beraten haben.
© Prof. Dr. med. Rita Kielstein, Prof. Dr. phil. Hans-Martin Sass, Zentrum f. Med. Ethik, Ruhr-Universität, 44780 Bochum Herausgeber Med.Ethics@ruhr-uni-bochum.de (k.A.) http://www.ruhr-uni-bochum.de/zme/Betreuungsverfuegung.htm

Letzte Änderung am  06.01.2004