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Praxisbuch Altenpflege. Aktivierende und rehabilitative Pflege.

Klappenberger-Thiel, Marliese,  1999

Herausgeber 

(k.A.)

Anregungen und Tipps rund um die Altenpflege Stuttgart, November 1999 - Der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Gerontologen sprechen davon, dass "die Welt ergraut": Fast 5,7 Prozent der Weltbevölkerung ist älter als 65 Jahre. In der Bundesrepublik ist jeder fünfte Bürger über 60 Jahre alt. Viele der älteren Menschen leben heute allein. Werden sie hilfs- oder pflegebedürftig sind sie oft auf fremde Hilfe angewiesen. Ein umfangreiches und flexibles Angebot an Einrichtungen und Hilfsdiensten ist notwendig, um den vielfältigen Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden. Ein Drittel aller zu Hause lebenden Hochbetagten stürzt beispielsweise mindestens einmal im Jahr, Heimbewohner sogar doppelt so häufig. Gerade gesunde alternde Menschen, die alleine ihren Haushalt führen, werden oft durch einen Sturz in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. In dem "Praxisbuch Altenpflege" (Hippokrates Verlag, Stuttgart. 1999) gibt ein interdisziplinäres Autorenteam rund um Marliese Klappenberg-Thiel Fachkräften in Altenpflegeheimen, auf Sozialstationen und in geriatrischen Kliniken Anregungen für aktivierende und rehabilitierende Pflegemaßnahmen, die ohne großen Aufwand in die tägliche Routinearbeit eingebaut werden können. Laut Klappenberger-Thiel sind die Ursachen für Stürze vielfältig. Neben Sehstörungen, Schwindel oder Medikamenten sind oft Gangunsicherheiten und Gangveränderungen Auslöser für einen Sturz. Außerdem verlangsamt sich im Alter die Reaktion auf Reize, so dass die Schutzmechanismen wie zum Beispiel eine Gleichgewichtsverlagerung erst verzögert einsetzen. Nach einem Sturz muss zunächst geklärt werden, ob sich der Gestürzte Verletzungen zugezogen hat. Da bei alternden Menschen Symptome nicht immer deutlich zu erkennen sind, ist auch dann eine genaue Beobachtung notwendig, wenn es sich um keinen spektakulären Sturz handelt oder der Betroffene nicht über Schmerzen klagt. Um weitere Stürze zu vermeiden, müssen zunächst die Ursachen gesucht und entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Nach Ansicht der Autoren verringern jedoch auch einfache Vorsichtsmaßnahmen die Sturzgefahr. Eine ausreichende Beleuchtung, die Vermeidung von Stolperfallen wie beispielsweise am Boden liegende Gegenstände oder auch das Benutzen von verordneten Gehilfen helfen Stürze zu vermeiden. Auch die Bewegungsabläufe sollten an das Alter angepasst werden. Ein gewagter Sprung über den am Boden liegenden Hund kann für einen alten Menschen leicht zum Verhängnis werden. Im ersten Teil des "Praxisbuches Altenpflege"geben die Psychogerontologin Andrea Nickel und die Lehrerin für Pflegeberufe Marliese Klappenberger-Thiel grundlegende Informationen über die Stellung des alternden Menschen in unserer Gesellschaft, die Persönlichkeitsentwicklung im Alter und den Pflegeprozess. Der Schwerpunkt des Buches liegt jedoch in einem umfangreichen Praxisteil, in dem Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und ein Pflegedirektor einer geriatrischen Rehabilitationsklinik ihr Wissen zusammengetragen haben. Hier werden neben den wichtigsten pflegerelevanten Problemen, wie beispielsweise der künstliche Darmausgang oder Schwindel auch häufige Erkrankungen im Alter behandelt. Die Besonderheiten der medikamentösen Therapie in der Altenpflege werden dem Leser ebenso wie psychologische Themen nahe gebracht. Dabei stehen nicht nur die Bedürfnisse der Patienten im Vordergrund, auch die Belastungen der Pflegenden finden Berücksichtigung.


06.01.04

 

Letzte Änderung am  06.01.2004