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Demenz

Kitwood, Tom,  2002

Kurzbeschreibung 

(© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften)

Demenz und Altersverwirrtheit gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Bücher über Demenz gibt es wie Sand am Meer, aber das Buch von Kitwood wurde wegen seines radikal anderen, personzentrierten Ansatzes in Großbritannien begeistert aufgenommen. Gleichrangig wird dort Kitwoods Ansatz neben der Realitätsorientierung und Validation als wesentlicher Behandlungsansatz zum Umgang mit Dementen genannt. Aus dem Inhalt: - Über das Person-Sein - Demenz als ein...


06.01.04

  Rezension Philipp-R. Schulz (© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften) Dieses in englischer Originalausgabe äußerst erfolgreiche Werk stellt einen Meilenstein in der Pflegetheorie dar. Neben Grundfragen wie der Definition von Demenz und Persönlichkeit sowie deren Abgrenzung erörtert der Autor vor allem Wege, die Betreuung dementer Patienten zu verbessern. Dabei gelingt ihm nicht nur die Schilderung eines völlig neuen und viel versprechenden ganzheitlichen Therapieansatzes, sondern -- durch seine konkreten Lösungsvorschläge -- auch die Einbindung in den gesundheitspolitischen Kontext. Das Buch positioniert sich ganz klar gegen die Tendenzen zur "Verbetriebswirtschaftlichung" und "Vergleichgültigung" des Individuellen in der Pflege. Bedenkt man, dass es ursprünglich auf englische Verhältnisse zielte, so überrascht das frenetisch positive Echo dort um so mehr. Ausweglose Situationen bringen eben auch Visionäre hervor. Der von Kitwood vorgeschlagene "personenzentrierte" Umgang mit Demenzpatienten ist so viel versprechend, weil er nicht nur für den Kranken, sondern vor allem für Betreuer Besserung bedeutet: Statt an der Nicht-Erhaltbarkeit der Ursprungspersönlichkeit zu verzweifeln, werden die Patienten nach ihren gegenwärtigen Möglichkeiten beschäftigt und beteiligt. Ein klarer Kontrapunkt zu den gängigen Konzepten der Validation oder Realitätsorientierung, aber so verschwindet das ständige Ankämpfen gegen den Patienten bzw. seinen Geisteszustand, das ohnehin keinen Erfolg verspricht. Die oft zu vernehmende Ausrede, "in der Theorie ist das alles sehr schön, nur in der Praxis haben wir dafür doch kein Geld und keine Zeit", wird man von Lesern dieses Buches bestimmt nicht hören. Wir dürfen gespannt sein, was sich in den nächsten Jahren im Pflegebereich entwickelt, bekanntlich sorgt ja schon die zunehmende "Vergreisung" der Bevölkerung für die Brisanz des Themas. Kitwoods Demenz gehört ab sofort zur Pflichtlektüre für Entscheider, Pflegekräfte und vielleicht auch Familienangehörige Betroffener.

Letzte Änderung am  06.01.2004