* EURO 19,50 

Elegie für Iris

Bayley, John,  2000

Kurzbeschreibung 

(© bol.de)

Aus dem Englischen von Barbara Rojahn-Deyk. John Bayley erzählt in diesem Buch die Geschichte seiner Ehe mit der Philosophin Iris Murdoch, einer der bekanntesten Romanschriftstellerinnen ihrer Zeit. Bayley und Murdoch lernen sich 1953 in Oxford kennen. Ihre Ehe ist von tiefer Zuneigung, Sympathie und gegenseitigem Vertrauen geprägt. Ihr gemeinsames Leben wird auf tragische Weise beeinträchtigt, als deutlich wird, daß Iris Murdoch an der Alzheimer Krankheit leidet. Sie gleitet unaufhaltsam in mehr...


06.01.04

  Meinung Sonja Hopf (AAI) Der Film konnte nur wiederholt die Hilflosigkeit zur Alzheimer Krankheit darstellen. Traurig. Rezension Susanne Solau (© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften) John Bayley begegnet 1953 Iris Murdoch zum ersten Mal, und mit dem ersten Blick erfährt er eine Faszination, die ihn nie mehr loslassen sollte. 1999 verstarb Iris Murdoch; nach 45 Jahren Ehe mit John Bayley. Die letzten Jahre verbrachte die Philosophin und Schriftstellerin, die Romane, wie zum Beispiel In guter Absicht oder Henry und Cato verfasste, im geistigen Dunkel -- sie litt an der Alzheimerschen Krankheit. In Elegie für Iris erinnert Bayley sich an ihre gemeinsame Zeit, vom ersten Augenblick an. Mit Bewunderung erzählt er von der zurückgezogenen, mystischen und kreativen Iris, die er nie ganz versteht und die ihn trotzdem oder genau deshalb so in ihren Bann zieht. Ihr gemeinsames Leben wird definiert durch liebevolle Distanz: "Dieses Auseinandersein ist Teil der Nähe, vielleicht sogar ihre Bestätigung ganz gewiß aber ein Zeichen vollkommenen Verstehens". Doch Tragik schleicht sich in die Beziehung ein, als sich bei Iris 1994 die ersten Anzeichen von Alzheimer zeigen. Ihre Erinnerung und Persönlichkeit zerfällt, Bayley muss sich fortan ununterbrochen um seine Frau kümmern. Elegie für Iris ist eine Hommage an die große Liebe. John Bayley erinnert sich zu einem Zeitpunkt, zu dem seine Frau dazu nicht mehr in der Lage ist. Die Notwendigkeit, die Vergangenheit wieder zu erleben und das damit verbundene, wieder auflebende Glücksgefühl fließt in seine Erzählung mit ein. Der Schriftsteller und Professor für Englisch hält sich nur grob an die Chronologie, von Erinnerungen mitgerissen springt er von Ereignissen zu Kunstwerken, lässt noch einmal das glitzernde Wasser vor seinem geistigen Auge vorüberfliessen, genießt längst zurückliegende Festessen und spürt die Wärme eines Sommertages in Italien. Dem Leser wird dieses Buch sicherlich ebenso viel Freude machen, wie dem Verfasser das Niederschreiben seiner Erinnerung an seine Liebe.

Letzte Änderung am  06.01.2004