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Demenzen

Beyreuther, Konrad,  2002

Kurzbeschreibung 

(© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften)

Die Zunahme von Demenzerkrankungen entwickelt sich zum gesellschaftspolitischen Problem und wird die behandelnden Ärzte aller Fachrichtungen, vor allem der Psychiatrie, der Neurologie und Allgemeinmedizin in noch größerem Maße als bisher beschäftigen. Potente medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten stehen inzwischen zur Verfügung und neue Forschungsergebnisse eröffnen ungeahnte Chancen. In diesem interdisziplinären Handbuch vermitteln Experten...


06.01.04

  Rezension Philipp-R. Schulz (© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften) Die zunehmende Anzahl von Demenzerkrankungen in Mitteleuropa ist nicht nur auf die stetig steigende Lebenserwartung zurückzuführen, sicherlich trägt auch die verbesserte Diagnostik zu diesem Anstieg bei. Tatsache ist, dass sich diese Krankheiten schon wegen der Kosten für Betreuung und Pflege der Betroffenen immer mehr zum gesellschaftlichen Problem entwickeln. Von Seiten der behandelnden Ärzte aus verschiedenen Disziplinen ist zuverlässige Information gefragt, so wie sie Beyreuther, Einhäupl etc. in ihrem exzellenten und universellen Grundlagenwerk liefern. Das Buch überzeugt vor allem durch seine Aktualität und sein hohes fachliches Niveau. Die enthaltenen Begriffsbestimmungen besitzen allgemeine Gültigkeit. So findet man endlich einmal eine nachvollziehbare Differenzierung zwischen Depression, Demenz und den Mischformen bzw. Folgeerscheinungen. Absolut vorbildlich ist das Kapitel zur Diagnose und Differenzialdiagnose. Hier strotzt die Darstellung nur so von wertvollen Entscheidungshilfen für die Praxis: von charakteristischen CT- und MRT-Befunden bis zu detaillierten Erörterungen erst jüngst erkannter Markerproteine mitsamt deren Entstehungsprozessen. Dabei zahlt sich die Nähe der Autoren zur Grundlagenforschung aus. So profitieren beispielsweise die von Prof. Einhäupl (Charité Berlin) verantworteten Abschnitte spürbar vom Insiderwissen des forschenden Klinikers. Für einen weiten Leserkreis interessant sind sicher die einführenden Betrachtungen zum Altern und den (vermeintlich) damit verbundenen kognitiven Einbußen. Das Buch beschränkt sich seinem Anspruch gemäß nicht auf die Alzheimer-Erkrankung, sondern umfasst auch seltene Demenzformen wie etwa die kognitiven Defizite bei spongiformen Enzephalopathien oder die durch toxische Einflüsse aller Art ausgelösten Beeinträchtigungen. Einziger Wermutstropfen in einer sonst makellosen Bilanz: Der Text wurde bedauerlicherweise recht nachlässig redigiert; man findet zu viele verballhornte Wirkstoffnamen oder merkwürdige Satzkonstruktionen. Dennoch kann man mit Fug und Recht von einem Neurologiebuch der nächsten Generation sprechen, und das nicht nur wegen des vergleichsweise jungen Autorenteams. Hinsichtlich seiner Detailschärfe und Modernität -- das Werk verwendet fast ausschließlich aktuelle Forschungsergebnisse und zeitgemäße Definitionen -- gibt es im Augenblick keine Alternative zu diesem Buch.

Letzte Änderung am  06.01.2004