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Alzheimer. Spurensuche im Niemandsland.

Jürgs, Michael,  2001

Kurzbeschreibung 

(© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften)

Der Wissenschaftler Alois Alzheimer steht im Mittelpunkt dieses Buches. Seine Entdeckung, die Alzheimersche Krankheit, gilt inzwischen als Geißel des Jahrhunderts. Die Ursachen für das Verlöschen des Geistes und wer daran wann und warum erkrankt, weiß man bis heute nicht. Die Biographie des Privatmannes Alzheimer ist eine Geschichte von Schuld und Veränderung. Seine Frau Cäcile, die viel zu früh starb, war Jüdin, ihre drei Kinder galten in der perversen Logik der nationalsozialistischen... Lesen Sie mehr


06.01.04

  Rezension -J. Schüring (© 1998 - 2003 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften) Als Auguste Deter im April 1906 in der Städtischen Irrenanstalt zu Frankfurt verstarb, konnte noch niemand ahnen, welche Bedeutung die Untersuchungsergebnisse des behandelnden Arztes einmal bekommen würden. Alois Alzheimer stellte den Fall im Herbst desselben Jahres zwar den Teilnehmern einer Konferenz vor, erhielt dafür aber kaum Beachtung. Die Geheimräte sollen sich sogar gelangweilt haben und obwohl das Krankheitsbild wenige Jahre später seinen Namen erhielt, geriet es schließlich völlig in Vergessenheit. Erst als Rita Hayworth in den achtziger Jahren diese heimtückische Reise ins Niemandsland antrat, gelangte der Morbus Alzheimer in den Blick einer weiten Öffentlichkeit. Es ist schon eindrucksvoll, in welcher Art und Weise sich Michael Jürgs der Alzheimerschen Krankheit nähert. Wer war Alois Alzheimer? Akribisch zeichnet er den Lebensweg Alois Alzheimers nach und dabei gelingt es dem Autor in eindrucksvoller Weise, den langsamen Abschied des eigenen Ich zu schildern, der allein in Deutschland rund 50 000 neue Fälle pro Jahr heimsucht. Der Wissenschaftler, der einerseits besessen war von seinen Forschungen, andererseits aber auch aus vollem Herzen genießen konnte, dessen politisches Desinteresse auch zu nationaler Engstirnigkeit führte und dessen Bescheidenheit für Wissenschaftskreise gänzlich unüblich war. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, wird bald in einem außerordentlich spannenden Stück Wissenschaftsgeschichte gefangen sein und dabei Menschen kennenlernen, die langsam ihre Biographie verlieren. Auch wenn es keineswegs nur für betroffene Menschen und deren Umfeld gedacht ist, so machen die Darstellungen neuester Forschungsergebnisse und die Schilderung der Besuche in Pflegeheimen und Gedächtniskliniken dieses ungewöhnliche Werk doch zu einem der wichtigsten Handbücher über diese Krankheit. Ein umfangreicher Anhang mit Glossar, Literaturverzeichnis und Adressenlisten runden das Bild dieser erstklassigen Arbeit ab.

Letzte Änderung am  06.01.2004